Wer den Computer nicht lediglich als Zeitvertreib nutzt, wird sich zwangsläufig nicht nur Gedanken um sichere Datenlöschung und um die Wiederherstellung seiner Daten machen, sondern sich auch und vor allem um Datensicherung kümmern müssen. Im Folgenden geht es um die Sicherung einer kompletten Festplatte mittels des kostenlosen Programmes Clonezilla.


Vorab: Wer ein Einlesen und eine (nur ansatzweise) Beschäftigung mit Linux scheut, sollte lieber zu dem kommerziellen Programm TrueImage oder zu der Freeware Easus Todo Backup greifen.

Beide Produkte sind bei der Anwendung so gut wie selbsterklärend, wobei für “Easus Todo Backup” rudimentäre Englischkenntnisse Voraussetzung sind. Außerdem kann die Sicherung mit den vorbezeichneten Programmen im laufenden Betrieb vorgenommen werden. D. h., man kann während der Sicherung den PC weiterhin nutzen, was während der Sicherung mit Clonezilla nicht möglich ist.


Der Vorteil Clonezillas liegt neben seiner kostenlosen Verfügbarkeit gerade darin, nicht nur Windowssysteme sondern z. B. auch Linuxsysteme (Ubuntu, OpenSuse etc.) zu sichern (die Sicherung und Wiederherstellung eines Linuxsystems ist allerdings auch allein von der mittels TrueImage unter Windows erstellten Rettungs-CD möglich, da es sich bei dem auf CD gebrannten Programm selbst um ein Mini-Linux-System handelt). Ein Nachteil Clonezillas ist, dass das Programm keine deutsche Sprachauswahl anbietet. Der Textmodus ist englisch. Kenntnisse der linuxspezifischen Bezeichnungen von Festplatten und Partitionen sind nicht zwingend erforderlich, aber vorteilhaft. Die Sicherung wird im Textmodus durchgeführt, was auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig ist.


Die Sicherung einer z. B. 250 GB internen und 5 Partitionen umfassenden Platte auf eine externe USB 2.0-Festplatte dauert etwa 4 Std. von der Live-CD aus, die man auch komplett in den RAM laden kann. Die komprimierte Sicherung umfasst etwa 80 GB.

 

Im Einzelnen ist wie folgt vorzugehen:


Es empfiehlt sich, auf einem externen Datenträger ein Verzeichnis für die vorzunehmende Sicherung anzulegen.

 

Dann ist Clonezilla runterzuladen und mittels z. B. dem kostenlosen ImageBurn zu brennen. Die Option, einen entsprechenden Boot-Stick zu erstellen, soll hier erwähnt, jedoch nicht behandelt werden.


Der PC ist runterzufahren und mit eingelegter CD neu zu starten.


Vorausgesetzt, es sind mindestens 256 MB Arbeitsspeicher vorhanden, kann Clonezilla komplett in den RAM geladen werden. Danach kann die CD entfernt werden, um das freigewordene Laufwerk anderweitig zu nutzen.

 

Das System startet im Textmodus mit vielen Meldungen, von denen man sich jedoch nicht beirren lassen darf. Die englische Sprachauswahl bleibt mangels deutscher bestehen.

 

Unter einer Fülle von Tastaturbelegungen sollte man die deutsche auswählen, indem man den Menüeintrag “Select keymap from full list” wählt. Mit der Bestätigung “Enter” ruft man eine Liste auf. An deren Ende wählt man unter “pc/qwertz/German/Standard/latin1-no dead keys” das deutsche Tastaturlayout.

 

Der folgende Diskmanager führt in einem Dialog zum zu erstellenden Image (Festplattenabbild). Zunächst ist die Frage, ob eine Device-Image angelegt oder eine Festplatte geklont werden soll, entsprechend zu beantworten. Im vorliegenden Fall soll ein Image angelegt werden.

 

Dann muss die Frage nach dem Speicherort beantwortet werden. Sollte “local_dev” für die Sicherung auf einem Datenträger gewählt werden, erfolgt die Aufforderung, einen externen Datenträger über USB anzuschließen. Jetzt gilt es, genau die Ausgaben Clonezillas zu beachten. Clonezilla teilt mit, unter welchem Gerätenamen das USB-Speichermedium erkannt wird.

 

In dem nächsten Dialog listet Clonezilla alle Partitionen auf, die das Programm findet. Bei einer Sicherung auf einer externen USB-Festplatte ist deren Name durch die vorherige Ausgabe bekannt. Hier ist ÄUSSERSTE VORSICHT GEBOTEN. Wählt man den falschen Datenträger, DROHT DATENVERLUST. Kenntnisse der Festplatten- und Partitionsbezeichnungen unter Linux sind an dieser Stelle vorteilhaft. Ein weiterer Hinweis auf das richtige Speichermedium ist der Herstellername in der internen Bezeichnung des Datenträgers.

 

Nach der Auswahl der Zielpartition wählt man eines der Verzeichnisse, z. B. das vorher bereits angelegte, zur Sicherung aus. Der Einsteigermodus ist im Folgenden ausreichend und dem Expertenmodus in der Regel vorzuziehen, es sei denn, man will besondere Einstellungen vornehmen, die ich hier nicht behandele.

 

Sodann muss entschieden werden, ob eine Festplatte oder eine Partition gesichert oder wiederhergestellt werden soll (savedisk, saveparts bzw. restoredisk, restoreparts).

 

Danach ist ein Name für den Imageordner zu vergeben und im Folgenden die zu sichernden Partitionen zu wählen.

 

Die Sicherung wird nach einer Bestätigungseingabe gestartet. Eine Fortschrittsanzeige informiert über den Sicherungsstand. Nach Erstellen der Sicherung bietet das Programm an, den PC abzuschalten, neu zu starten oder auf die Kommandozeile zu wechseln.

 

Zum Wiederherstellen einer Festplatte ist zu Beginn nicht die Ziel- sondern die Quellpartition und “restordisk” (bzw. “restoreparts” bei der Wiederherstellung von Partitionen) auszuwählen. In dem folgenden Dialog ist aus den eingeblendeten Verzeichnissen des Quellmediums der Ordner mit der Sicherung auszuwählen.


Ergebnis: Mit Clonezilla besitzt man ein funktionierendes, kostenloses Sicherungsprogramm, das den Rechner im Falle eines Systemcrashes wiederherstellt.

Zusätzlich ist auch das Klonen der Platte und damit der Umzug eines kompletten Systems auf einen anderen Rechner möglich.

 

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